Philipp A. Müller, M.Sc., M.Sc.
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IT Architecture Consulting
Software-Engineering: Software-Qualität & Resilience-Engineering
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Architekturberatung im Software-Engineering

Evaluation von Systemstrukturen und Entwicklungsprozessen

Softwarequalität ist dynamisch und das Resultat aktiver Steuerung. Gleichzeitig wächst die Komplexität technischer Systeme rasant und verlangt eine gezielte Steuerung (controlled Self-Governance/architectural governance). Um Qualität, Stabilität, Leistungsfähigkeit und Anpassungsfähigkeit systematisch zu erhöhen, werden Steuerungsinstrumente und Methoden der Validierung und Verifikation speziell für industrielle Systeme ständig weiterentwickelt.

Durch eine fehlende aktive Steuerung ergibt sich ein bekanntes Phänomen, das sich branchenübergreifend mustertypisch beobachten lässt (siehe Abbildung 1). Unkontrollierte Systemkomplexität und eine hohe Feature-Priorisierung führen zwangsläufig zu technischen Schulden und schleichender Architekturerosion.

Abbildung 1: Das Phänomen „Technische Schulden“

Abbildung 1: Das Phänomen „Technische Schulden“ (Kruchten et al., 2019)

Die Gründe für das Phänomen „Technische Schulden im Software-Engineering“ sind umfassend beschrieben; eine wesentliche Ursache ist die projektbezogene Finanzierung; damit werden Anforderungen priorisiert, die einen direkten Geschäftswert (Projektnutzen) generieren. Software-Qualitätsmetriken (wie Wartbarkeit > Modularisierung und Isolation) sind daher stark unterrepräsentiert. Formulierte Qualitätsziele und gemessene Metriken driften auseinander; die entstehende Diskrepanz lässt sich auf Organisationsebene messen.

Quelle: Kruchten et al. (2019), Kruchten, Nord & Ozkaya (2012)

Das Muster: Abhängig von der Organisation entstehen bereits nach einem Jahr aufgrund der Vernachlässigung qualitativer Anforderungen erhöhte Kosten in der Entwicklung. Nach wenigen Monaten sinkt die Produktivität messbar, Fehlerkorrekturen nehmen zu, Entwicklungsgeschwindigkeit (Velocity) und Entwicklungskapazität mit direktem Geschäftswert nehmen ab. Nach wenigen Jahren übersteigen Aufwände für Fehlerkorrekturen die Kosten der Entwicklung, die Externalisierungsquote steigt und trägt zur Beschleunigung der Architektur-Erosion bei; die (fehlende) strategische Ausrichtung verstärkt das Phänomen und wirkt unmittelbar auf die Wettbewerbsfähigkeit.

Die industrielle Praxis zeigt, dass in sich ständig verändernden Infrastrukturen die Vermeidung sämtlicher Systemausfälle unmöglich ist. Daher werden Design- und Testmethoden weiterentwickelt und traditionelle Ansätze der Fehlervermeidung durch dynamische Systemfähigkeiten erweitert (Resilience-Engineering). ~ Für eine unabhängige Studie stehen wir gerne zur Verfügung

 

Philipp A. Müller, M.Sc., M.Sc.
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